Kastanienpflege

 

Die Edelkastanie fühlt sich seit Jahrhunderten in Murg wohl – ihr behagen das Klima und der Untergrund aus Verrucano-Gestein. Heute zählt der Bestand rund 1840 Bäume. Neben den gut 1800 "wilden" Cheschtänä wachsen in den beiden Vereinsplantagen – den Selven ­– 40 Edelkastanienbäume. Man findet sie im Brünneli und beim Chohlplatz. Mittlerweile gedeihen hier insgesamt sieben verschiedene Edelkastaniensorten.

 

Die beiden Selven wurden 2002 und 2007 angepflanzt. Nachdem die Spinnerei Murg 1996 schliessen musste, hatte man nach einer neuen identitätsstiftenden Idee gesucht. Die aktive Förderung der Kastanie begann 2001 mit einer Ausstellung an der Chilbi. Ein Jahr später ging aus dem Kommiteee der Initianten der Verein hervor. Aus dem Spinnereidorf wurde allmählich ein Kastaniendorf.

 

Die angepflanzten Bäume sollen den Fortbestand der Edelkastanie in Murg sichern. Sie wachsen auf dem Boden der Ortsgemeinde Murg und stehen der Allgemeinheit zur Verfügung: Ihre Früchte dürfen von allen verzehrt werden. Wichtig ist an dieser Stelle der Hinweis, dass Kastanien nicht direkt vom Baum gepflückt (oder gar heruntergeschlagen) werden dürfen. Die Gefahr, dass man den Baum dabei verletzt, ist zu gross. Zudem sind die Früchte in der Regel erst dann reif, wenn sie von allein heruntergefallen sind und ihre "Igelchen" einen goldenen Braunton angenommen haben.

 

An drei Tagen im Jahr werden Selven, Weg, Spielplatz und Stübli durch den Verein gepflegt. Da werden etwa Sträucher zurückgeschnitten, wird Gras gemäht und Laub zusammen gerecht. Die restlichen Tage kümmert sich Vereinspräsident und Förster Josef Kühne um die Bäume. So bekämpft er zum Beispiel gemeinsam mit der Forschungsanstalt WSL den Kastanienrindenkrebs.

 

Die drei Selvenpflegetage sind die klassischen Arbeitstage eines Vereins und verbinden Arbeit mit Geselligkeit. Sie sind locker über das Jahr verteilt und bieten den Vereinsmitgliedern die Gelegenheit, miteinander im Gespräch zu bleiben und sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass das Kastaniendorf weiterhin wächst und gedeiht.